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Schlachtblatt | November 01, 2026

„Gib es zu, da wird dir warm ums Herz!“ – Warum uns der Winter mehr abverlangt, als wir zugeben wollen

„Gib es zu  da wird dir warm ums Herz!“  – Warum uns der Winter mehr abverlangt  als wir zugeben wollen

Intro

 

In der Nacht auf den 25.10.2026 war es wieder soweit: Die Uhren wurden umgestellt. Von der Sommer- auf die Winterzeit. Und das Ganze fühlt sich immer an wie ein Startschuss für die gleichen Diskussionen, Jahr für Jahr. Die einen finden das gut: „Jetzt ist es endlich wieder hell, wenn ich früh zur Arbeit gehe.“ Die anderen finden das furchtbar: „Jetzt ist es in meiner Freizeit nur noch dunkel.“

Ganz egal ob früher Vogel oder nicht, Fakt ist: Wir haben weniger Licht und trotzdem muss es weitergehen. In der gleichen Geschwindigkeit, mit der gleichen Performance. Das macht uns die Zeitumstellung schmerzlich bewusst, während wir uns den achten Kaffee brühen.

Deshalb widmen wir diesen Themenmonat der Wärme und dem Licht. Also lasst uns reden über Licht, Hormone und warum dein Energietief wirklich nichts mit Faulheit zu tun hat.

Willkommen im Themenmonat November!

 

Input

 

Die Wahrheit ist: Dein Winter-Durchhänger hat wenig mit Willensschwäche oder einem klassischen Motivationstief zu tun. Ja das Jahr war vielleicht lang bis hier her, es hat dir mehr abverlangt, als auf deiner Bingo-Karte stand. Aber du darfst eine Sache nicht vergessen: Es wird kälter und dir fehlt Licht. Der allseits bekannte “Winterblues” hat einen wissenschaftlichen Hintergrund und einen Mechanismus.

Der Hauptgrund ist tatsächlich in erster Linie Lichtmangel. Wenn es draußen dunkler wird, schüttet unser Körper tagsüber mehr Melatonin aus – eigentlich das Hormon, das uns abends müde macht. Gleichzeitig sinkt die Produktion von Serotonin, unserem natürlichen Stimmungsaufheller. Das Ergebnis: Müdigkeit, Antriebslosigkeit, schlechtere Konzentration.

 

Übrigens brauchen wir auch Serotonin für einen guten Schlaf. Wer im Winter oft schläfrig ist und trotzdem nicht schlafen kann, dem fehlt schlichtweg auch eine gesunde Portion Serotonin. Denn dieses Hormon steuert den Wechsel zwischen den verschiedenen Schlafphasen (REM, Leicht- und Tiefschlafphase). Ein Serotoninmangel begünstigt somit Schlafstörungen.

Das ist im Sommer alles kein Problem. Durch ausreichend viel Licht und Sonnenschein, wird die Serotoninproduktion ausreichend angeregt. Aber in den Wintermonaten müssen wir das aktiv beeinflussen, um unseren Melatonin-Serotonin-Haushalt im Gleichgewicht zu halten. Dass das häufig nicht gelingt, zeigt die Studienlage zum „Winterblues“:

Etwa 20–25 % von uns erleben einen leichteren „Winterblues“ – milde, vorübergehende Verstimmungen, die mit dem Frühling von selbst verschwinden (Müller, 2026).

Rund 2,5 % der Menschen im deutschsprachigen Raum sind von einer ausgeprägteren, saisonal abhängigen Depression (SAD) betroffen. Das ist also keine Modeerscheinung, sondern seit Jahrzehnten medizinisch erforscht (Cll-info/AstraZeneca, 2024).

Diese saisonalen Stimmungstiefs wirken sich messbar auf Produktivität und Motivation im Job aus. Während der Wintermonate sinkt die Produktivität um bis zu 20 % (Mittelstandsschutz, o. D.).

Eine E-Mail, die im Sommer in zehn Minuten getippt ist, braucht im Winter oft gefühlt doppelt so lange, weil die Konzentration schneller abreißt. Entscheidungen, die im Juli locker im Vorbeigehen getroffen werden, landen im November schneller auf der Vertagt-Liste, weil schlicht die Energie fürs Abwägen fehlt. Und Meetings, die im Sommer zackig in 20 Minuten durch sind, ziehen sich im Winter gerne mal auf 40 inklusive längerer Pausen, mehr Kaffee und dem Gefühl, eigentlich nichts geschafft zu haben.

Warum uns das wichtig ist? Nein, das hier wird kein neues Produkt-Reveal: Schlachtplans Coaching gegen Winterblues oder so. Uns liegt das Thema am Herzen, weil der Eintritt in den Winter etwas mit uns und unseren Teams macht und wir das in der Zusammenarbeit berücksichtigen sollten: Wenn dein Team im November gefühlt langsamer tickt, ist das kein Motivationsproblem, das sich mit einem Pep-Talk lösen lässt. Das ist Biologie. Und Biologie verdient etwas mehr Nachsicht – von dir mit dir selbst und von Führungskräften mit ihren Teams.

 

Inside

Wir brauchen Wärme und Licht und im Winter ganz besonders. Das bedeutet, dass es sich lohnt, spätestens jetzt neue Rituale mit dem Team zu etablieren, welche sich ein bisschen wie Sonne anfühlen.

Diesen Monat zeigen wir dir, wie wir bei Schlachtplan und du bei dir im Team bewusst Wärme schaffen kannst, wenn draußen alles grau ist. Das erwartet dich:

Wir starten mit leicht umsetzbaren Tipps gegen den Winter-Durchhänger und was „Hygge“ damit zu tun hat.

Eine Check-in-Frage für euer nächstes Meeting.

Ein Einblick in unser derzeit liebstes Team-Ritual: das Coffee-Date.

Und den Abschluss macht ein kurzer Impuls zum Thema „Wärme“, der uns selbst zum Nachdenken gebracht hat.

Stay tuned!

 

Outro

 

Vielleicht ist der erste Schritt gegen den Winter-Durchhänger gar nicht die nächste Tageslichtlampe, sondern allein die Erkenntnis und das Verständnis für sich selbst, dass im Winter manche Dinge einfach mehr Energie kosten als im Sommer.

Stattdessen sollten wir uns vielleicht fragen: Wenn mir Licht und Wärme fehlen, woraus ziehe ich denn dann meine Energie? Welches kleine Ritual fühlt sich trotzdem an wie Sonne?

 

 

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